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Die Geschichte von Talisker

Herausgegeben von Antje in Diverses · 27/1/2017 22:06:25

Könnt Ihr Euch vorstellen, dass man nach einem viertel Jahrhundert Zusammenleben mit Jack Russells - immer mehrere - noch komplett überrascht von ihnen sein kann? Ich möchte hier die Geschichte von Talisker erzählen, zum Einen weil ihn doch einige kennen und nach ihm fragen, zum Anderen aber, um Mut zu machen.



ist ein kleiner Russellbub, geboren im vergangenen Sommer als eines von sechs Geschwistern. Er wuchs hier mit seinen Schwestern Tilly und Topsy heran, hatte seine Familie gefunden, die konnte ihn aber erst später übernehmen, und so blieb er eben zunächst noch hier. Er kam in den Zahnwechsel, soweit alles gut, doch plötzlich fiel bei den regelmäßigen Gebisskontrollen (ob auch fein alle Milchzähne ausfallen) eine Schwellung an der Unterkieferecke auf, die sich recht zügig vergrößerte, sogar ein Schneidezahn wurde völlig verschoben.
Also ab in die Tierklinik.




Der Doktor runzelte die Stirn, gefällt ihm gar nicht, aber das Kerlchen ist ja erst 6 Monate alt, so wird es wohl eher eine Fistel sein, die sollte aber schleunigst entfernt werden. Gesagt getan, die Wucherung wurde entfernt, am Kieferknochen war auf dem Röntgenbild noch keine Veränderung zu sehen, also alles ordentlich entfernt, der verschobene Zahn musste natürlich weg, zur Sicherheit aber dennoch eine Probe ins Labor.




Das Ergebnis war wenig erfreulich. Anteile eines verrukösen Karzinoms. Also ein bösartiger Tumor, der zwar nur wenig metastasiert, aber dafür zerstört. Keine der Behandlungsformen klang besonders erstrebenswert, Bestrahlungen beim Hund gehen mit Narkosen einher, zu viele für den doch erst inzwischen sieben Monate alten Youngster. Also Operation, das jedoch hieß, den Tumor (der nach der ersten OP schon wieder zu wachsen begann) mit ausreichend Abstand zu entfernen, im Klartext: Ein Viertel des Unterkiefers!

Uff. Starker Tobak. Dieser lebensfrohe, einfach nur liebe kleine Kerl sollte derart verstümmelt werden? Würde er dann noch normal fressen und trinken können? Und spielen? Das tut er doch so gern!

Uns war so gar nicht wohl bei dem Gedanken. Zunächst stellten wir seine Ernährung um. Frei von Kohlehydraten usw., hörten uns auch nach Alternativen um. Aber so richtig vielversprechende Sachen fanden wir nicht. Und nachdem eben wieder Wucherungen kamen und zunahmen, konnten wir nicht mehr allzu lange warten, schweren Herzens wurde ein OP-Termin vereinbart. Der brave kleine Talisker bekam als Glücksbringer ein hübsches Indianerhalsband, denn man sagt, Indianer kennen keinen Schmerz. Glück und keine Schmerzen, das konnte er jetzt brauchen!

Dann kam der Tag X, der Tag der OP. Dr. Pfeil von der Tierklinik Jena erklärte seinen Plan, und auch beim Abholen anhand von Röntgenbildern und der entnommenen Kieferecke (oh Schreck, doch sooo viel!!) sein Vorgehen. Vom gegenüberliegenden Caninus bis hinter den P3 (wenn ich mich richtig erinnere) wurde alles weggenommen, also ein Bereich mit insgesamt zehn Zähnen (den bereits entfenten mitgezählt). Der restliche Kieferknochen wurde mit Metallteilen fixiert, und daran Knochengewebe aus dem Oberarm angesetzt, das dann zusammenwachsen soll. Der kleine Mann hatte also zwei Wunden, am Kiefer und am Oberarm. Okay, wir weden ihn so gut wir können pflegen, notfalls füttern wir ihn flüssig und löffelchenweise, notfalls auch per Spritze.

Und dann wurde er von den Mitarbeiterinnen gebracht. Wedelnd, schmusend, ganz der süße kleine Kerl den ich abgegeben hatte, und die fehlende Kieferecke sah bei weitem nicht so schlimm aus, wie wir es uns vorgestellt hatten, sie fiel im Gegenteil optisch kaum auf!
Aber der Hammer: statt leidend im Bettchen zu liegen, benimmt sich der kleine Mann, als wäre gar nichts passiert! Er läuft umher, spielt mit den anderen Hunden, versucht sogar an Gegenständen zu kauen und Kauhufe zu stehlen (was ihm aber noch nicht erlaubt wird)! Einfach nur unfassbar!


Ich wusste ja, dass unsere Terrier lernen können, auch mit schlimmen Einschränkungen zu leben. Aber dass sie sie fröhlich wedelnd hinnehmen, als sei alles ganz normal? DAS überrascht selbst uns noch, nach 25 Jahren voller Höhen und Tiefen, voller Schicksalsschläge und großer Momente!



Kleiner Talisker, du bist ein großer Held. Wir wünschen dir eine blendende Zukunft, vor allem dass der Krebs dich nun in Ruhe lässt. Du wirst dein Leben genießen, auch mit einem Stück Unterkiefer weniger. Davon hast du uns alle nachhaltig überzeugt! Du bist vollständiger denn je, denn du hast ein Herz aus Gold.

Ein großes Dankeschön an das Team der Tierklinik Jena!!!



Talisker im Mai, mit kleinem Freund Ziploc




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